Botulinumtoxin (z.B. BOTOX®) in der Schmerztherapie


Der Einsatz von Botulinumtoxin (BOTOX®) durch gezielte Injektionen in schmerzhaft verkrampfte Muskeln hat sich als effektive Schmerztherapie erwiesen. Unsere Praxis hat umfangreiche Erfahrungen in der Anwendung von Botulinumtoxin und diese Therapie wird bei uns regelmäßig durchgeführt.

 

Botulinumtoxin ist ein natürliches Protein, das von dem Bakterium Clostridium botulinum prodziert wird und die Freisetzung des Botenstoffes Acetylcholin blockiert und damit die Auslösung von Muskelkontraktionen und die Schweißsekretion hemmt.

 

Botulinumtoxin wird seit mehr als 20 Jahren erfolgreich bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt, die durch eine unangemessen erhöhte Muskelspannung charakterisiert sind. Durch die Injektion kleinster Mengen Botulinumtoxin in die schmerzhaft verspannte Muskulatur kann es zur Unterbrechung des Teufelskreises von Muskelverspannung und Schmerzen kommen. Ebenso kann eine Überfunktion des vegetativen Nervensystems, die sich z.B. in übermäßigem Schwitzen äußert, durch Botulinumtoxin günstig beeinflusst werden.

 


Anwendung in der Schmerztherapie


Botulinumtoxin wird seit mehr als 20 Jahren therapeutisch verwendet, mittlerweile bei mehr als 50 Erkrankungen verschiedenster Fachgebiete, darunter u.a.:

  • Chronische Migräne
  • Trigeminusneuralgie
  • Spannungskopfschmerzen
  • Clusterkopfschmerzen
  • Kiefergelenksdysfunktion, Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)
  • Bruxismus (Zähneknirschen) mit z.B. Masseterhypertrophie mit assoziiertem Gesichtsschmerz
  • Hartnäckige Muskelverspannungen und -schmerzen (Myofasziale Schmerzsyndrome)
  • Hartnäckige Nackenschmerzen / zervikogene Kopfschmerzen z.B. nach HWS-Schleudertrauma
  • Spastik, Dystonie
  • Blepharospamus (Lidkrampf)
  • Fersensporn, Plantarfasziitis

Anwendung und Wirkung


Botulinumtoxin sollte mit speziellen, feinen Injektionsnadeln gespritzt werden. Akute Nebenwirkungen oder Komplikationen treten sehr selten auf. Die Therapie mit Botulinumtoxin durch erfahrene und speziell ausgebildete Fachärzte ist risikoarm.

Wichtig ist, dass beim Transport die Kühlkette eingehalten wird, da der Wirkstoff wärmeempfindlich ist.

Gerne beraten wir Sie ausführlich.

 

  • Wirkeintritt: nach 2-10 Tagen
  • Wirkmaximum: nach ca. 14 Tagen
  • Wirkdauer: 3-6 Monate
  • Die Wirkung ist komplett reversibel, dennoch kann die Wirkung monatelang anhalten, auch wenn sich das Botulinumtoxin nicht mehr im Körper befindet. In einigen Fällen genügen 2-3 Therapiesitzungen, da sich die ursprünglichen Spannungsreflexe nach der Behandlung beruhigt haben können.
  • Keine bekannten Wechselwirkungen mit Medikamenten
  • Anwendung in fast jedem Alter möglich
  • Gute Verträglichkeit
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit gegen Botulinumtoxin, Neuromuskuläre Erkrankungen (Myasthenie, Lambert Eaton-Syndrom, ALS), Schwangerschaft und Stillzeit, lokale Infektionen an den vorgesehenen Injektionsstellen

Behandlungskosten


Die gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernehmen i.d.R. die Kosten der Botulinumtoxin-Behandlung bei folgenden Krankheitsbildern:

  • Chronische Migräne
  • Spastik, Zervikale Dystonie (Torticollis spasmodicus), Blepharospasmus, Hemifazialer Spasmus

Botulinumtoxin-Therapie bei chronischer Migräne


Botulinumtoxin ist eine effektive symptomatische Therapie der chronischen Migräne, welche inzwischen von den Krankenkassen in einem 3-Monatsrhythmus übernommen wird. Es kommt in den meisten Fällen zu einer deutlichen Reduktion der Kopfschmerzstärke und der Kopfschmerztage und damit zur Steigerung der Lebensqualität.

 

Eine ausführliche Kopfschmerzanamnese und ein Aufklärungsgespräch findet für Sie individuell nach Terminvereinbarung in unserer Praxis statt.

 

Die Behandlung ist kaum schmerzhaft, besteht aus einem festen Injektionsschema (dem sog. PREEMPT-Schema) mit feinen, speziellen Injektionsnadeln. Die Behandlung findet kontinuierlich durch denselben Behander statt.

 

Um als Migräne-Patient/-in eine Botulinumtoxin-Behandlung als Leistung der Krankenkasse zu erhalten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Es muss eine chronische Migräne vorliegen, d.h. Sie haben mehr als 15 Kopfschmerztage im Monat und davon mindestens 8 Tage Migräne. Eine weitere Bedingung ist, dass die üblichen Medikamente, die bei der Migräneprophylaxe eingesetzt werden, keine ausreichende Wirkung erzielt haben oder nicht vertragen wurden. Ebenso ist es erforderlich, dass Sie über mindestens 3 Monate einen Kopfschmerzkalender geführt haben, aus dem die chronische Kopfschmerzerkrankung hervorgeht.

 

Wichtige Hinweise

Botulinumtoxin wird in der Schmerztherapie in der Regel erst angewandt, wenn alle herkömmlichen Verfahren konsequent ausgeschöpft sind. Selbstverständlich ist es jederzeit möglich, diese Behandlung auch als Selbstzahlerleistung in Anspruch zu nehmen.